Hallo, Theater Schaffende,
hallo, Freundinnen und Freunde der Darstellenden Kunst!
das Intendanten-Karussell dreht sich. Doch reichen die Fliehkräfte, um die nötige Bewegung auf die Bühne zu bringen und damit die Zuschauerströme statt ins Kino wieder ins Theater zu locken?
Zu beobachten sind ganz andere Fliehkräfte: Die Flucht der letzten Getreuen, der sonst Unentwegten ins Private. Oder ins Konzert.
Da stimmt es den Theater-Liebhaber traurig, wenn er erleben muss, dass ein Großes Haus mit fast eintausend Plätzen nur – tröpfchenweise auf die Reihen verteilt – mit nicht einmal 150 Personen besetzt ist. Liegt es am Altmeister Brecht, mit dem sich ganze Schüler-Generationen bis zum Überdruss beschäftigen mussten? Oder an der albernen Inszenierung? Aber was will das Publikum wirklich?
Die Theater versuchen es seit einiger Zeit mit Roman-Dramatisierungen. Meist sind die Autoren längst tot und können sich nicht mehr wehren. Wohl protestieren hier und da noch lebende Stücke-Schreiber, deren Werke in den Dramaturgien der Theater verstauben.
Aber manchmal gelingt es dann doch, Geschichten aus dicken Wälzern in lebende Bilder auf der Bühne umzuwandeln. Und bei der Werbung ist es von Vorteil, dass das Theater mit dem allseits bekannten Buchtitel und dem Weltruhm des Dichters protzen kann. Den müssen sich heutige Autoren erst schaffen, und sei es posthum!
Hier nun das gelungene Beispiel aus jüngster Zeit: „Joseph und seine Brüder.“ Sechs Stunden großes Theater! Und hautnah für das Publikum. Denn das saß im Karree mit auf der Bühne.
Aber nichts soll den Autor der Jetztzeit entmutigen, weiter seinen Ideen Leben zu geben und neue Stücke zu schreiben. Und vielleicht begegnen Sie dann seinen Theater-Figuren irgendwo auf der Bühne. Bis dahin also!
Seien Sie gegrüßt von
Ihrem Herbert Asbeck
Autor von Lyrik, Prosa und Theaterstücken
Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS)
und der Dramatiker Union (DU), Berlin
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